Der Einzelhandel gehört zu den beliebtesten Ausbildungsbranchen. Möbel Hofmeister in Bietigheim tut viel dafür, damit das so bleibt.

Der Einzelhandel gehört zu den Ausbildungsberufen, die in den Beliebtheitsskalen der Jugendlichen ganz weit oben stehen. Und das, obwohl Arbeiten am Samstag und bis in die späten Abendstunden für die Azubis dazugehören. Dementsprechend müssen sich Firmen etwas einfallen lassen, um Jugendliche für sich zu gewinnen.

Die Firma Möbel Hofmeister bietet jährlich 40 Ausbildungsplätze an, die besetzt werden wollen. Dazu gehören Berufe wie Einzelhandelskaufleute, Kaufleute für Marketingkommunikation, Fachkräfte für Lagerlogistik und Mediengestalter, aber auch Veranstaltungskaufleute oder Köche. „Nur mit Blind- und Initiativbewerbungen könnten wir nicht alle Stellen besetzen“, erklärt Petra Schlarp, die Ausbildungsleiterin bei Möbel Hofmeister. Es sei eine immer größere Herausforderung, für alle Stellen Azubis zu finden.

Deshalb habe sich die Firma ein ganzes Portfolio von Maßnahmen zurechtgelegt, um sich als Ausbildungsbetrieb attraktiv darzustellen und Jugendliche bei der Berufswahl zu unterstützen. Kooperationen und Bildungspartnerschaften bestehen in Bietigheim-Bissingen mit der Waldschule in Bissingen, der Sandschule in Bietigheim und der Realschule im Aurain, darüber hinaus in der Region mit der Elly-Heuss-Knapp-Realschule in Ludwigsburg, der Werkrealschule „Auf den Laiern“ in Kircheim und der Realschule in Tamm.

In diesem Rahmen biete die Firma Betriebsbesichtigungen, Berufserkundungen, Bewerbungstrainings, Praktika und Experteninterviews an, führt Petra Schlarp weiter aus. Darüber hinaus sei man beim Speed-Dating der IHK und der Arbeitsagentur sowie der Ausbildungsmesse der IHK präsent. „Wir gehen aktiv auf die Bewerber zu“, sagt Petra Schlarp.

Um mögliche Hemmschwellen abzubauen, bilde Hofmeister seine Azubis zu Ausbildungsbotschaftern aus und schickt sie an die Schulen oder zu Messen. „Es fällt oft leichter, wenn Jugendliche mit anderen Jugendlichen sprechen können und der Altersunterschied nicht so groß ist“, weiß Schlarp.

Hätten sich die Schüler für eine Ausbildung bei Hofmeister entschieden, würden sie in besonderem Maße gefördert und unterstützt. So gebe es in den Standorten Bietigheim-Bissingen, Sindelfingen und Leonberg so genannte Ausbilderversprechen, die für eine hohe Qualität der Ausbildung stünden. Dies sei eine Selbstverpflichtung mit zehn branchenweit festgelegten Qualitätsstandards, die vorbildliche Ausbildungsbetriebe des Einzelhandels in Baden-Württemberg eingehen können. „Dazu gehört zum Beispiel, dass jeder Azubi einen Mitarbeiter als Paten und Ansprechpartner an die Seite gestellt bekommt, der einen guten Start und eine fachliche Begleitung garantiert“, erläutert Petra Schlarp.

Trotz all dieser Maßnahmen sind in derzeit noch nicht alle Lehrplätze bei Hofmeister besetzt. „Uns haben kurzfristig einige Azubis abgesagt“, erklärt Schlarp. Zu besetzen seien noch Stellen als Kaufleute im Einzelhandel, Koch und Fachlagerist. Im ersten Lehrjahr verdiene ein Azubi 800 Euro, im zweiten 900 Euro und im dritten 1000 Euro. „Der Einzelhandel bietet sehr viel Abwechslung, und man kommt mit vielen verschiedenen Menschen zusammen“, wirbt Schlarp. Außerdem sei der Beruf sehr durchlässig und biete schon früh die Chance, Führungsverantwortung zu übernehmen. „Man kann mit 25 Jahren schon Abteilungsleiter werden“, ergänzt sie.